Gut Holz mit der Howoge! Berliner Wohnungsbaugesellschaft plant Hochhäuser aus heimischen Wäldern
15 bis 19 Stockwerke sollen die geplanten 20 Hochhäuser haben. Dabei soll viel heimisches Holz verbaut werden. Denn ein anderer Baustoff wird langsam knapp. Von Robert Ide
Berlin soll nicht mehr nur auf märkischem Sand gebaut sein, sondern auch auf brandenburgischem Holz. Deshalb wird die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge nun 20 Hochhäuser mit 15 bis 19 Stockwerken errichten, in denen viel heimisches Holz verbaut wird. „Holz in Außenwänden dämmt die Wärme. Beton wird aber für Hochhäuser noch für Statik und Brandschutz gebraucht“, sagt Architekturforscher Eike Roswag-Klinge von der Technischen Universität am Checkpoint-Telefon. Bisher werden nur fünf bis sieben Prozent der Geschossbauten in Deutschland mit Holz gebaut, noch seien die Investitionskosten höher als bei Beton.
Andererseits erzeugt Zement hohe Emissionen, schädigt so weltweit das Klima. Zwar kann der Baustoff gut Schall dämmen und Wärme speichern – bei längeren Hitzephasen entlädt sich diese aber nicht. Global und auch rund um Berlin geht zudem langsam der Bausand aus, führt Roswag-Klinge aus: „Wir müssen uns den Beton für Straßen und Brücken aufsparen und Holz nutzen für den Wohnungsbau.“ Innovative Holzbau-Projekte in der gesamten Stadt finden sich im Berliner Holzbauatlas, auch der ehemalige Flughafen Tegel wird nachhaltig neu gezimmert. Berlin klopft auf Holz. Zumal der märkische Sand langsam verrinnt.