Verkehrsverwaltung kennt Berlins neue Radwege nicht

Ein Rad ab hat Berlins Verwaltung auch bei der Radpolitik. Wenn man aber danach fragt, wie gerädert die Verkehrswege inzwischen sind, stößt auf Radlosigkeit. Beispiel ist eine Anfrage von FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja, der wissen wollte, wie viele Radwege in den vergangenen zwölf Monaten gebaut worden sind und wie viele im kommenden Jahr folgen sollen. Die dem Checkpoint vorliegende Antwort von Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese fällt berlinisch bestimmt, also gänzlich unbestimmt aus: „Eine entsprechend genaue und nach Bezirken unterscheidende Radwegebaustatistik in Berlin wird nicht geführt.“ Lediglich für die Einrichtung von Fahrradstraßen gibt es laut Streese "eine relativ zeitnahe statistische Erfassung". Demnach hätten die Bezirksämter seit Beginn der Legislaturperiode vier Fahrradstraßen neu eingerichtet. Das sind immerhin 1,3 im Jahr. Aber bestimmt kommen bald ganz viele Radwege dazu, oder? Keine Ahnung, weiß die Verkehrsverwaltung; schließlich gebe es hier "verschiedenste, nicht voraussehbare Faktoren". Nikolas Linck vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub kippt bei dieser Antwort aus dem Sattel. Er glaubt: „Da die Länge der neuen Radwege bislang überschaubar ist, kommt es der Senatsverwaltung vielleicht auch gelegen, sie nicht auf den Meter genau zu kennen." Erst recht nicht, wenn man nur millimeterweise vorankommt.