„Gesprächsfäden sind abgerissen“

Am Brandenburger Tor versammelten sich gestern gleichzeitig rund 500 Menschen, um ihre Solidarität mit Israel zum Ausdruck zu bringen. Ein Problem mit gewaltbereiten Menschen gebe es bei den proisraelischen Demonstrationen übrigens nicht, sagte Martin Matz, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, gestern in der Abendschau.

„Viele Gesprächsfäden sind in diesem schwierigen Jahr abgerissen, auch in Berlin. Das ist eine große Herausforderung für unsere Stadt und unser friedliches interkulturelles Zusammenleben“, sagte Markus Dröge, Vorstand der Stiftung Zukunft Berlin, dem Checkpoint. Seine Stiftung sehe es als ihre Aufgabe, neue Brücken zu bauen, „wo immer das mit gemeinsamen freiheitlichen Werten möglich ist“.
„Die gemeinsame Sorge um den Frieden im Nahen Osten eint uns. Nur wo Zuhören möglich ist, und Gespräche geführt werden können, entstehen Brücken des Verstehens.“ Er appelliert an alle Berlinerinnen und Berliner „Gewalt im städtischen Diskurs zu ächten, friedlich der Opfer zu gedenken und den offenen demokratischen Dialog zu verteidigen.“

Wer friedlich gedenken möchte, hat dazu heute ab 17 Uhr die Gelegenheit: Die Veranstaltung beginnt mit einem Interreligiösen Gottesdienst in der Gedächtniskirche, um 17.45 Uhr führt ein Stiller Gedenkweg zum Jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße, wo das Zentrale Gedenken stattfindet.