Renate Künast tritt ab

Sie pflegt die direkte Berliner Schnauze und hat eine ganze Menge Selbsthumor. Nun sagt Renate Künast trocken und für die Berliner Grünen sicher auch schmerzvoll: „Es ist Zeit, um Platz für Jüngere zu machen.“ Schon in den Achtzigern in der West-Berliner Alternative Liste (AL) aktiv, stieg Künast nach der Einheit bei Bündnis 90/Die Grünen zur führenden Realo auf, bevor sie als Bundesministerin den Verbraucherschutz erstmals zur Politik erhob und die Agrarwende anschob. Vor nunmehr schon 13 Jahren scheiterte sie bei der zunächst für sie aussichtsreichen Berliner Wahl zur Regierenden Bürgermeisterin. Aktiv blieb sie dennoch weiter, bis heute geht die 68-Jährige mit der ihr eigenen Energie gegen Hass und Hetze vor. Eine jute Type, wie sie selbst wohl sagen würde, findet einen guten Ausgang. Auch das schaffen in der Politik nicht viele.