Hohe Dunkelziffer bei Corona-Infektionen

Eine Inzidenz von 1829 meldete heute Nacht das RKI für Berlin (Tempelhof-Schöneberg: 3192) – aber eigentlich sind diese Zahlen wertlos. Laut Gesundheitssenatorin Ulrike Gote ist es nicht mehr möglich, alle Fälle zu melden und in die Datenbank einzupflegen. Für realistisch hält sie es, dass die Meldungen aus den Schulen, wo regelmäßig getestet wird, die Infektionslage besser abbilden – da wären wir dann bei mehr als 4000.

Ohnehin sagt der Inzidenzvergleich nicht mehr viel aus – wegen der Impfungen und des oft leichteren Krankheitsverlaufs der Variante Omikron ist die Situation jedenfalls eine komplett andere als vor zwei Jahren. Sie erinnern sich? Als der Senat verbot, sich auf Parkbänke zu setzen, lag die Inzidenz in Berlin bei 40.

Dazu auch eine Mitteilung des überforderten Bezirksamts Lichtenberg: „Alle unbearbeiteten Corona-Fälle, die bis zum 31. Dezember 2021 beim Gesundheitsamt Lichtenberg eingegangen sind, werden mit sofortiger Wirkung zurückgestellt und die Fallmeldungen für diesen Zeitraum auf null gesetzt.“ So geht’s natürlich auch (nicht).

Und dann auch noch das: Der Senat hat keinen Überblick darüber, wie viele Patienten tatsächlich wegen einer Corona-Infektion in einem Krankenhaus liegen – oder wegen etwas ganz anderem dort sind und nur symptomlos positiv getestet wurden. Dabei ist die Krankenhaus-Inzidenz der Berliner Corona-Ampel entscheidend für die politischen Maßnahmen. In Berlin ist also derzeit nicht nur das Wetter trübe. Julius Betschka und Ingo Bach sind der Sache nachgegangen, ihren Bericht finden Sie hier.