Wie Kreuzberg einen fiktiven Wellensittich einzog

Eine Presseanfrage zu einem in Obhut genommenen Wellensittich mischte das Kreuzberger Bezirksamt auf. Hier die ganze Geschichte. Von Anke Myrrhe

Wie Kreuzberg einen fiktiven Wellensittich einzog
Den betroffenen Wellensittich gab es in Wahrheit nur in einer Studienaufgabe des Jurastudenten Brugger. Foto: Feng Yu/Fotolia

Yannick Brugger, Jurastudent an der FU und Kandidat der Grünen für die BVV in Friedrichshain-Kreuzberg, hat gestern bei Twitter von ungewöhnlichem Unterrichtsstoff berichtet: „Ich weiß ja nicht was ihr so in eurem Studium macht, aber wir prüfen gerade eine Verfassungsbeschwerde, weil das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg einen Wellensittich eingezogen hat.“

Halb Kreuzberg schreckte auf, Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann antwortete: „Wir haben einen Wellensittich eingezogen? (erschrockener Smiley)“ und Sara Lühmann, Sprecherin des Bezirksamts, schrieb: „Na toll. Jetzt habe ich eine Presseanfrage dazu.“ Und während die Grünen-Abgeordnete Marianne Burkert-Eulitz sich noch an ihre Studienzeit erinnerte („Wir mussten die Strafbarkeit von Märchenfiguren prüfen“), stellte Brugger klar, dass es sich um einen fiktiven Sachverhalt handelte, und Lühmann bzgl. der Presseanfrage: „Ich habe nun mitgeteilt, dass das Bezirksamt die Aufgabenstellung der juristischen Fakultät der FU nicht kommentiert.“

Wenn Sie uns jetzt im Verdacht haben: Wir waren es diesmal nicht! (sondern die BZ, wie Reporterin Isabel Pfannkuche heldenhaft gestand). Wie es dem Sittich geht, ist nicht überliefert.