Säuberung bringt Kriegsreste ans Tageslicht: Auf dem alten Berliner Flughafen Tegel ist tonnenweise Munition gefunden worden
In den letzten zwei Jahren seien dort „18.000 Stück abgabepflichtiger Munition“ aufgespürt worden, so Constanze Döll vom Aufräum-Team. Die Waffenrelikte datieren bis ins 19. Jahrhundert. Von Robert Ide
Nicht mit dem Laubbläser, sondern mit dem Munitionsräumer wird auf dem ehemaligen Flughafen Tegel herumgefuhrwerkt. 25 Hektar Fläche wurden in den vergangenen zwei Jahren bereits beräumt. „Wir haben 18.000 Stück abgabepflichtiger Munition geborgen, das sind knapp 21 Tonnen; dazu jede Menge Munitionsschrott“, berichtet Constanze Döll von der Tegel Projekt GmbH auf Checkpoint-Anfrage.
Typische Funde seien Granaten, Brandbomben und Nahkampfmittel aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, aber auch aus dem 19. Jahrhundert. Fast eine Viertelmillion Kubikmeter Erde wurde für die Bodenreinigung bereits umgepflügt. Und die Suche nach der Vergangenheit vor der Neuentwicklung des alten Flugplatzes zum Zukunftsquartier geht weiter.
Zuerst wird das Gelände mit Metalldetektoren abgegrast, danach wird der Boden schichtweise abgetragen und untersucht. Gefundene Kampfmittel werden zum Sprengplatz Grunewald gebracht oder gleich vor Ort entschärft. Die anfallenden Erdhaufen lagern auf der ehemaligen südlichen Landebahn. „Kontaminierter Boden wird ordnungsgemäß entsorgt“, erzählt Döll. „Etwa die Hälfte des Bodens kann wiederverwendet werden.“ So kann Berlin in Tegel für immer am Boden bleiben.