Hausarztpraxen pandemiefest machen? Eine Berliner Ärztin macht's vor
Eine Hausärztin aus Berlin versucht, so kontaktlos wie möglich zu arbeiten. Patienten berät sie zunächst telefonisch – und Verdachtsfällen wird ein Selbsttest angeboten. Von Ann-Kathrin Hipp
Trotz fehlender Schutzausrüstung und Unterstützung: Die Berliner Ärztin Sibylle Katzenstein zeigt, wie man eine Hausarztpraxis pandemietauglich macht. Bereits vor vier Wochen hat sie angefangen, ihren Job mehr oder weniger kontaktlos zu gestalten. PatientInnen werden nach einer telefonischen Beratung entweder zuhause besucht oder einzeln empfangen – Corona(verdachts)fällen wird ein Selbsttest angeboten. „Ich habe keine einzige Atemschussmaske verbraucht und niemanden gefährdet“, sagt Katzenstein und fordert, alle Sektoren des Gesundheitssystems in die Krise einzubinden. Ihre Idee: Eine Versorgungskette vom 1) Hausarzt, der Patienten durch eine Plexiglasscheibe beurteilen kann, zu 2) ambulanten radiologischen Praxen, die Corona-Patienten röntgen, hin zu 3) der Entscheidung, ob die Patienten in Heimquarantäne kommen (keine Lungenentzündung) oder auf die Intensivstation (schwerer Verlauf). Es kommentiert Grünen-Politiker Cem Özdemir: „Ihre Ideen könnten zum Vorbild werden, um Praxisschließungen zu vermeiden. Oder Kassenärztliche Bundesvereinigung?“