Wiese vor dem Reichstagsgebäude: Julia Klöckner will „gärtnerische Macht“ – was sagt der Bezirk Mitte dazu?

Der Platz der Republik ist für Touristinnen und Touristen aktuell kein Highlight beim Besuch in der Hauptstadt. Die Wiese vor dem Reichstagsgebäude wirke eher verwahrlost als repräsentativ, wie ein Friedhof. Bundestagspräsidentin Klöckner hat eine Idee. Von Jessica Gummersbach.

Wiese vor dem Reichstagsgebäude: Julia Klöckner will „gärtnerische Macht“ – was sagt der Bezirk Mitte dazu?
Foto: Imago / Achille Abboud

Wer eine lauschige Ecke zum Picknicken sucht, landet selten auf dem Platz der Republik. Die Wiese vor dem Reichstagsgebäude wirkt eher verwahrlost als repräsentativ, Touristen sprechen gar von einer „Friedhofsatmosphäre“. Das bleibt im Bundestag nicht unbemerkt. Präsidentin Julia Klöckner (CDU) (aktuell in Sachen Maskendeals in Bedrängnis) sagte beim Sommerempfang des Tagesspiegels, sie würde die Wiese gern für den Bundestag erwerben, um dort „gärtnerische Macht“ zu erlangen.

Ganz abwegig ist das nicht: Grundstückstausche und -verkäufe zwischen Bezirk, Land und Bund seien „gängige Praxis der letzten Jahrzehnte“, schreibt das Bezirksamt Mitte auf Checkpoint-Anfrage. Offizielle Anfragen lägen allerdings nicht vor. Zudem könne ein „besserer Pflegezustand“ auch durch weniger Events und mehr Geld für das Grünflächenamt erreicht werden. Aktuell stünden jährlich lediglich 40.000 Euro bereit, „etwas mehr als 1 Euro/qm/Jahr“, plus 25.000 Euro vom Bund. Frau Klöckner, übernehmen Sie.