Welches Bauwerk ist zuerst fertig? Berliner Bauakademie liefert sich Schneckenrennen gegen Einheitswippe

Gegenüber des Stadtschlosses in Berlin Mitte eifern seit Jahren zwei geplante Bauprojekte darum, welches am längsten für seine Umsetzung braucht: die Schinkelsche Bauakademie und die Einheitswippe. Eins von beiden geht mit mehr als zehn Jahren Verspätung ins Rennen. Von Daniel Böldt und Valentin Petri.

Welches Bauwerk ist zuerst fertig? Berliner Bauakademie liefert sich Schneckenrennen gegen Einheitswippe
Foto: Imago / Funke Foto Services

Das spannendste Schneckenrennen Berlins findet derzeit in Mitte statt, direkt gegenüber des Stadtschlosses. Seit Jahren wetteifern hier zwei geplante Bauwerke darum, wer am längsten für die Umsetzung benötigt: die Schinkelsche Bauakademie oder die Einheitswippe.

Die Bauakademie bemüht sich redlich: Schon 2018 stellte der Deutsche Bundestag 62 Millionen Euro für den Wiederaufbau bereit, im selben Jahr wurde noch ein „Programmwettbewerb“ durchgeführt. Ein Jahr später wurde dann erst mal die Bundesstiftung Bauakademie ins Leben gerufen. Bis zum „Thinktank-Wettbewerb“ 2022, der den Realisierungswettbewerb vorbereiten sollte, dauerte es dann noch mal drei Jahre.

Aber jetzt halten Sie sich fest: Gestern – also nochmal rund vier Jahre später – teilte der Berliner Senat mit, dass die Stiftung, der Bund und Berlin „eine gemeinsame Zielformulierung für den Auslobungstext des Realisierungswettbewerbs erarbeitet“ haben. Sapperlot! Es scheint, als habe man eingesehen, dass man gegen die Einheitswippe ohnehin keine Chance hat.

Denn diese sollte immerhin schon 2013 eingeweiht werden. Die Baustelle ruht seit Jahren – inzwischen ist das verantwortliche Stahlbauunternehmen insolvent. Mittlerweile könnte es sich lohnen, die Baustelle selbst unter Denkmalschutz zu stellen – und ein Einheitsdenkmal einfach woanders zu bauen.