Schulöffnungen erhöhen Sicherheitsrisiko
Kinder brauchen Kinder. Und Eltern auch mal eine Pause. Deshalb werden nun die Schulen geöffnet – und damit das mit dem Digitalunterricht nicht noch überhand nimmt. Unter der Hand dürfte dann allerdings mit Seife gehandelt werden – denn Berlins Schultoiletten bleiben die wahre Lebensprüfung, wie nicht nur der Landeselternrat bemängelt. Kernig sind auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse der internationalen Forschungsgruppe Mocos. Die Modellierer haben für den Tagesspiegel errechnet, dass die Öffnung der Oberschulen in Berlin für die Gesundheitslage allgemein gefährlich werden kann. Selbst wenn es mit den neuen Distanzregeln gelingen sollte, die nahen Kontakte von Schülern im Vergleich zur Vorviruszeit um die Hälfte zu reduzieren, würde es in der Stadt wieder zu einer exponentiellen, für das Gesundheitssystem kritischen Corona-Ausbreitung kommen. Und falls die Kontaktfreudigkeit der 15- bis 18-jährigen nur auf 80 Prozent reduziert werden kann, würden in den nächsten 300 Tagen etwa 200.000 Berlinerinnen und Berliner mit dem Virus infiziert; etwa 3000 Menschen würden sterben, so das errechnete Szenario. Es zeigt, wie klein die Spielräume in den Klassenräumen sind. Und wie groß die Last der Verantwortung, die von den Eltern nun Stück für Stück auf die Lehrer verlagert wird.