Urania-Debatte: Wie soll Berlin umgebaut werden?
Im neuen „Leitbild zeitgemäßen Bauens“ fordert die Architektenkammer mehr Umbau statt immer Neubau für den Berliner Wohnungsmangel. Ungenutzte Potenziale sollen mehr beachtet werden. Von Robert Ide
Seit Jahren in der Luft hängt eine der wichtigsten Daseinsfragen Berlins: Wohnst Du noch oder zwischenmietest Du schon? Durch immer neue Neubauten lässt sich die akute Wohnungskrise kaum lösen, zumal es immer weniger neue Bauten gibt. Die Architektenkammer fordert deshalb eine Umkehr in der bisherigen Stadtentwicklung. „Umbau kommt vor Neubau, schon einmal bebaute vor bislang unbebauten Grundstücken und Siedlungsgebiete vor größeren Landschafts- und Grünräumen“, heißt es im neuen „Leitbild zeitgemäßen Bauens“. Demnach müsse sich die Planung neuer Stadtquartiere darauf richten, was schon bestehe und umgebaut werden könne. Dazu schreibt die Architektenkammer: „Im Bestand schlummern immense Potenziale, die Berlin noch viel zu wenig nutzt, sei es im Kleinen durch die Umwandlung nicht mehr benötigter Büroflächen oder im Großen durch den Umbau überflüssiger Produktionsstandorte und Verkehrsflächen.“
Wo genau aber liegen diese brach liegenden Flächen für neue Wohnungen? Das diskutieren wir am heutigen Dienstag in der Tagesspiegel-Reihe „Stadt im Gespräch, Berlin im Wandel“ ab 19.30 Uhr in der Urania (An der Urania; U-Bahnhof Wittenbergplatz). Mit dabei sind unter anderem Sebastian Bartels vom Mieterverein, David Eberhart vom Wohnungsverband BBU und Ricarda Pätzold vom Deutschen Institut für Urbanistik. Ich freue mich, wenn auch Sie mit Ihren Vorschlägen vorbeikommen – der Eintritt ist frei.
Wie sollte aus Ihrer Sicht die Stadt um- statt neu gebaut werden? Das können Sie uns auch gerne schreiben an checkpoint@tagesspiegel.de. Wir sind gespannt auf ihre Ideen der neuen Stadtgestaltung. Berlin kennen Berlinerinnen und Berliner schließlich am besten.