Machtkampf im Berliner SPD-Vorstand: Niederlage für Martin Hikel und Nicola Böcker-Giannini

Bei der Auswahl der kooptierenden Mitglieder im Landesvorstand setzte sich eine linke Mehrheit der SPD-Funktionäre durch – gegen den bevorzugten Kandidaten der Neu-Vorsitzenden. Von Daniel Böldt und Lotte Buschenhagen.

Machtkampf im Berliner SPD-Vorstand: Niederlage für Martin Hikel und Nicola Böcker-Giannini
Foto: dpa / Jörg Carstensen

Viel Zeit und Raum für Austausch hat sich in den letzten Monaten auch die Berliner SPD gegönnt.  Doch von Ruhe kann in der Partei nach der harten Auseinandersetzung um die Landesspitze keine Rede sein.

Zwar hatten das eher pragmatisch tickende Duo Martin Hikel und Nicola Böcker-Giannini das Mitgliedervotum zum Parteivorsitz klar für sich entschieden. Die mehrheitlich eher linken Funktionäre hatten den beiden auf dem Parteitag jedoch ein paar Knüppel zwischen die Beine geworfen. Nicht nur das Wahlergebnis fiel mäßig auch, auch im siebenköpfigen Geschäftsführenden Landesvorstand haben die Linken mit vier zu drei eine Mehrheit – und sind offenbar gewillt, diese zu nutzen.

Eine erste Machtdemonstration war die Auswahl von sogenannten kooptierten Mitgliedern im Landesvorstand. Die haben kein Stimmrecht, können aber bei Vorstandssitzungen mitdiskutieren. Nach Checkpoint-Informationen wollten Hikel und Böcker-Giannini ihren Vertrauten Heiko Kretschmer, Schatzmeister beim SPD Wirtschaftsforum, dabei haben. Die linke Mehrheit im Geschäftsführenden Vorstand lehnte Kretschmer ab – und setzte sich am Ende durch. Checkpoint-Prognose: Das kann noch heiter werden für die Neu-Vorsitzenden.