Artenschutz nicht beachtet: Abrissarbeiten im Jahn-Sportpark vorerst gestoppt
Beim geplanten Abriss des Jahn-Stadions in Prenzlauer Berg wurden Artenschutzauflagen nicht beachtet. Für Spatzen und Fledermäuse muss jetzt erstmal ein Ausweichquartier gefunden werden. Von Anke Myrrhe.
Still ruhen die Bagger, das Jahn-Stadion darf vorerst nicht abgerissen werden (CP von gestern). Die Spatzen in Prenzlauer Berg trällern von den Dächern, dass das frühestens im nächsten Oktober etwas wird, wenn angemessene Ausweichquartiere gefunden wurden.
Die nötigen Artenschutzmaßnahmen seien im eigenen Gutachten der Senatsverwaltung von 2020 ganz klar beschrieben, aber eben nicht in der Praxis ausgeführt worden, sagt Uwe Hiksch vom Verein Naturfreunde Berlin, der den Abrissstopp vor dem Verwaltungsgericht Berlin erwirkt hat (die Urteilsbegründung liegt meinem Kollegen Christian Hönicke vor). Das betrifft nicht nur die Spatzen: So seien Brutstätten für Fledermäuse nicht angelegt worden und bei den vorhandenen Brutkästen etwa Arten, die sich nicht vertragen, direkt nebeneinander platziert worden. Und das in einem Fußballstadion! Als hätte jemand Union- und Dynamo-Fans nebeneinandergesetzt und dann zum Jubeln zu den Hertha-Fröschen in die Ostkurve geschickt. Dass das ausgerechnet dem einzigen ausgebildeten Schiedsrichter im Senat (Christian Gaebler) passiert…
… aber der hatte im Sportausschuss am 13. September auf die Frage, ob beim Abriss ausreichend auf Artenschutz geachtet wurde, geantwortet: „Ja, unsere Bauleute sind nicht doof.“ Tja, wer dann?
(Hier nachzusehen bei 2:53:43, via Kristian Ronneburg, Linke)
Um Spatzen geht es auch in der nächsten Meldung.