So viel kostet das 29-Euro-Ticket – und so streitet sich der Senat darüber // mit Robert Kiesel

29 Euro, 49 Euro? Das Ringen um das vergünstigte Nahverkehrsticket geht weiter. Zumindest für die ärmsten Berliner*innen gibt es nun Klarheit: Das Sozialticket für 9 Euro („Berlin-Ticket S“) wird verlängert. „Wahrscheinlich geht in Bälde dieser Senat, aber das Sozialticket bleibt“, sagte Noch-Sozialsenatorin Katja Kipping am Dienstag.

Was nicht bleibt – zumindest vorerst, wahrscheinlich – ist das 29-Euro-Ticket. Einen lückenlosen Anschluss wird es höchstwahrscheinlich nicht geben, erklärte Noch-Regierende Giffey (SPD) am Dienstag, sprach von „Klärungsbedarf“ mit der grummelnden VBB. Das 29-Euro-Ticket ist eines von Giffeys Wahlversprechen. Trotz ihres Abrückens von der nahtlosen Fortführung sagte Giffey auch: „Es wird hier überhaupt nicht abgerückt.“

Noch-Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne), deren Verwaltung ein Konzept für die Verlängerung vorlegen soll, gilt als Gegnerin des Vorhabens. Grünen-Fraktionsvorsitzender Werner Graf sagte dem „rbb“, die SPD habe „die Menschen von vornherein angelogen“, auch weil das Geld im Nachtragshaushalt nicht zur Verfügung stehe. 200 Millionen sind für den Rest des Jahres 2023 nötig, um das 29-Euro-Ticket zu finanzieren. Für 2024 wären es dann 320 Millionen. SPD-Verkehrspolitiker Stephan Machulik sagte, die Grünen hätten das Projekt „mit Vollgas gegen die Mauer“ gefahren. Meine Damen und Herren, Sie beobachten die letzten Tage von Rot-Grün-Rot.