Sause beim Regierenden Bürgermeister: Berliner Senatskanzlei zahlt 80.000 Euro fürs Hoffest
Beim diesjährigen Hoffest werden sich die Kosten der Senatskanzlei erhöhen, trotz der gleichgebliebenen 4700 Gäste. Auch wieder dabei: Deutliche Rabatte für einige Veranstalter. Von Anke Myrrhe.
Etwas anders war bekanntlich auch die Behandlung des Immobilienunternehmers und CDU-Großspenders Christoph Gröner beim Hoffest im Roten Rathaus im vergangenen Jahr. Checkpoint-Leser erinnern sich: Gröners Verein „Wirtschaft kann Kinder“ musste nur 2500 Euro statt dem Listenpreis von 17.017 Euro bezahlen – ein Preisnachlass von 85 Prozent. Zwei Wochen vor der nächsten Sause im Roten Rathaus (3. September) war nicht herauszufinden, ob in diesem Jahr auch andere Vereine von großzügigen Rabatten profitieren. In einer Liste der (vorwiegend Landes-)Unternehmen, die dem Checkpoint exklusiv vorliegt, werden Vereine nicht aufgeführt (Q: Anfrage MdA Schenker, Linke).
Was wir sonst erfahren: Die Gesamtsumme des Festes hat sich seit dem letzten Jahr von 289.950 Euro auf 253.350 Euro reduziert, für die gleichbleibenden rund 4700 Gäste. Bescheidener halten es diesmal die BVG und die Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft, die ihre Kosten jeweils von 23.500 auf 13.200 reduzieren, die Wasserbetriebe sind in diesem Jahr offenbar gar nicht mehr dabei.
Erhöhen werden sich die Kosten der Senatskanzlei von 70.178,14 € im Vorjahr auf voraussichtlich 80.000 Euro.
Rabatte gibt es allerdings auch diesmal, Begründung: „In Einzelfällen gewährt Partner für Berlin in Absprache mit der Senatskanzlei Sonderkonditionen. Dies erfolgt mit der Prämisse, dass der Beitrag die reinen Infrastrukturkosten deckt, die seitens des Veranstalters anfallen. Diese Sonderkonditionen werden nicht aktiv angeboten oder publiziert.“ Profitieren werden diesmal folgende Unternehmen:
Berlin Tourismus & Kongress GmbH (visit Berlin), 1500 €, Begründung: „fester Bestandteil des Gesamterscheinungsbildes der Veranstaltung“.
Berliner Stadtgüter GmbH, 2500 €, „eine wesentliche Bedeutung für die Hauptstadt“.
UNITE Berlin (Humboldt-Innovation GmbH), 2500€, „herausragendes Aushängeschild für die Stadt als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort“.
Weinmichel GmbH, 6500 €, Beteiligung der Meisterköche, „Weinmichel erbringt einen Teil ihrer Leistung in Form von Weinen als Sachleistung“.
Apropos Sachleistung: Der Betrag kann sich bei allen Beteiligten der Liste zufolge „aus Cash und Sachleistungen zusammensetzen“.
Na, hoffentlich werden da am Ende keine Geldkoffer unterm Klapptisch gefunden.