Berliner Spitzenköche ohne Job
Der Spitzengastronomie fällt ein Zacken aus der Corona – es wird abgerüstet, und das schmeckt den Köchen gar nicht. Beispiel „Golvet“ im „40 Seconds“ (Potsdamer Straße): Auf der Website werden noch die 7-Gang-Künste von Björn Swanson gepriesen („Sucuk trifft Petersilienwurzel, Jakobsmuschel auf Erdnuss, Rotkohl auf PX-Sorbet“), in Wirklichkeit hat der „Berliner Meisterkoch“ längst den Ausgang gewählt: „Ich stehe mit meinen Namen für ein Höchstmaß an Qualität, Zuverlässigkeit und Gastronomieverständnis“ – aber nicht für das neue, abgespeckte Konzept.
Auch Arne Anker, der für den Pauly Saal einen Stern geholt hat, kocht ganz für sich allein – der Gourmet-Tüftler ist ohne Job in einer Zeit, in der „casual“ als (Über-)Lebensart gilt.