Wie junge Leute die Pandemie erleben

Und die jungen Leute machen einfach weiter Party? Denkste! Sie haben auch wahrhaftige Sorgen, die wahrgenommen werden wollen. So wie Erjon aus Neukölln, der die erste Schließung seiner Schule im März so erlebte: „Der Direktor kam rein und sagte, dass wir jetzt keinen Unterricht mehr haben.“ Zuerst findet der 15-Jährige das Ausnahmeleben gut. Doch je mehr Zeit er zu Hause verbringt, desto eher schleicht sich „ein ganz komisches Gefühl“ ein: das Wissen um einen Alarmzustand ohne absehbares Ende – so wie jetzt wieder mit womöglich verlängerten Weihnachtsferien. Meine Kolleginnen Corinna von Bodisco und Inga Dreyer haben fünf junge Menschen auf vier Kontinenten zwölf Monate lang begleitet – in Sao Paulo und Shanghai, Nigeria und Neukölln. Protokolle aus einer Welt, die für junge Leute eigentlich Träume bereithalten sollte, und in der wir erwachen zwischen Lockdown und Leistungsdruckmitfühlend nacherzählt für Tagesspiegel Plus.