Auslastung teils rückläufig: Wo Berlins Kitas leerer werden
In ganz Berlin sind im laufenden Jahr nur rund neun von zehn Kita-Plätzen belegt. Derweil zeigt eine aktuelle Umfrage von verdi, dass die Erzieher und Erzieherinnen weiterhin überlastet sind. Von Jessica Gummersbach
Lange waren Kitaplätze so begehrt wie bezahlbare Dreizimmerwohnungen, inzwischen scheint es vielerorts freie Plätze zu geben. Die Bildungsverwaltung hat jetzt auf Schriftliche Anfrage von Alexander King (fraktionslos) detaillierte Zahlen zur Auslastung veröffentlicht, die dem Checkpoint exklusiv vorliegen. Demnach waren Ende 2023 berlinweit 91,3 Prozent der Kita-Plätze belegt, Ende 2024 noch 88,5 Prozent. In diesem Jahr zeigt sich ein leichter Anstieg: Ende Mai 2025 waren von 187.899 Plätzen 168.896 belegt – eine Auslastung von 89,9 Prozent. Der Bezirksvergleich: Eher unterdurchschnittlich ausgelastet waren Ende 2024 Kitas in Pankow (84,9 Prozent), Neukölln (87,6) und Mitte (87,5). Höher lag die Auslastung in Marzahn-Hellersdorf (89,0), Tempelhof-Schöneberg (89,6) und Charlottenburg-Wilmersdorf sowie Treptow-Köpenick (je 89,7). Spitzenreiter war Spandau mit 93 Prozent.
Dem Senat dürften sinkende Zahlen gelegen kommen: Ab Januar soll ein neues Kita-Gesetz unter anderem den Betreuungsschlüssel für unter Dreijährige verbessern. Aktuell liegt er bei 5,1 Kindern pro Erzieherin. Passend dazu noch eine letzte Zahl: 89 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher fühlen sich „in hohem Maße belastet“, zeigt eine aktuelle Verdi-Umfrage an landeseigenen Kitas – und fast alle haben das Gefühl, ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht zu werden.