Von Zügen, Feuerwehrleuten und Frank Zander: Das sind die Berlinerinnen und Berliner der Woche

Wer hat sich in der vergangenen Woche positiv hervorgetan – wer negativ? Für die Checkpoint-Jury ist mal wieder klar die Sache mit den Medaillen. Von Ann-Kathrin Hipp

Von Zügen, Feuerwehrleuten und Frank Zander: Das sind die Berlinerinnen und Berliner der Woche
Sänger Frank Zander besuchte Obdachlose am Ostbahnhof und gab warmes Essen aus. (Archivbild) Danach gönnte er sich ein Bier. Foto: Jens Kalaene/dpa

Und damit zu unseren Berliner:innen der Woche:

Blech verdient haben de facto gleich mehrere Kandidat:innen. Teilen wir‘s doch einfach auf. Da wäre der Bezirk Spandau, der für seine Special Olympics 2023 eine nicht barrierefreie Unterkunft vorgeschlagen hat („Schon das Gebäude ist nur über Stufen zu erreichen“), das Bezirksamt Mitte, das Wahlbenachrichtigungen an Tote verschickt, die Polizei, die Falschparker:innen statt schlecht quasi gar nicht mehr verfolgt, sowie der Senat, der es nicht für nötig hält, den Fonds für Opfer politischer Gewalt abzurufen. Außerdem blechwürdig: Das Gremium, dass sich irgendwann mal die Berliner Zuständigkeiten illegaler Müllentsorgung ausgedacht hat (von BSR über SGA, BWA und UmNAT* bis zu VetLeb** und RegOrd / Organigramm hier). Der Rest ist Behördenpingpinggeschichte.

Bronze … geht an den ICE, der am Freitagabend von Berlin nach München unterwegs war. „Meine Damen & Herren, dieser Ersatzzug hat über 200 Sitzplätze mehr als der ursprünglich geplant.“ Neue Rubrik: Betriebsfunktionsbingo.

Auch Silber bleibt auf den Gleisen, mit Glückwünschen an die BVG! Die hat dieser Tage die Schrift auf ihren Anzeigetafeln deutlich vergrößert (Foto hier). Kein hektisches Augenzusammenkneifen mehr auf dem Bahnhof, halleluja! Die Pressestelle bestätigt auf Anfrage: „Ist seit dieser Woche im ganzen Netz umgestellt. Wir haben kluge und sehr engagierte Kolleg*innen in der Abteilung Fahrgastinformation, die laufend an Verbesserungen im Sinne der Fahrgäste arbeiten. Der Punkt Barrierefreiheit (in diesem Fall Schriftgröße/Lesbarkeit & Sichtbarkeit ‚Rollstuhl-Symbol‘) hat dabei hohe Priorität.“ Damit auch alle sehen, wenn der Zug mal wieder zu spät kommt.

Und Gold? Verleihen wir – neben den Feuerwehrleuten, die am vergangenen Sturm-Wochenende gleich 600 Mal ausgerückt sind – an Geburtstagskind, Bundesverdienstkreuzträger und Show-Legende Frank Zander. Er heitert nicht nur Hertha-Fans (gestern 1:1 gegen Bochum) auf; seit mehr als 25 Jahren lädt er auch Berlins Obdachlose zum weihnachtlichen Festessen. „Warum?“, hatte ihn Kollegin Cristina Marina mal gefragt – und Frank Zander „Diese Frage finde ich wirklich nervend“ geantwortet – um dann nachzuschieben … „Weil ich hoffe, dass sie alle meine CDs kaufen – Nein, ganz ehrlich – weil ich schon immer sehr sozial veranlagt war und aus meiner Kindheit weiß, wie es sich anfühlt von wenig bis gar nichts zu leben. Außerdem ist Weihnachten ein christliches Fest und ich bin immer auf der Seite der Schwächeren, mir geht es gut und ich kann etwas abgeben. Ein bisschen möchte ich auch Vorbild sein für andere.“ Auf die nächsten vielen, vielen Jahre. „Ich trink‘ auf dein Wohl.“