Indiskretionen aus dem „Kraftraum der Lösungen“: Wie ein gesprächiger SPDler des AGH seine Partei in Verlegenheit brachte
Nur wenige (im AGH) wussten Bescheid über die Gerichtsentscheidung zur Wahlwiederholung. Doch SPD-Mann Hochgrebe war in Plauderlaune. So kam es zum Fauxpas. Von Julius Betschka
Der Kraftriegel der Arbeiter, das ist bekanntlich die Currywurst. Gerhard Schröder hat das einmal, Kraft seiner Wassersuppe, so festgelegt. Aber kannten Sie schon den „Kraftraum der Lösungen“? Nein? Nun, das ist das Berliner Abgeordnetenhaus. Festgelegt wurde das von einem anderen bedeutenden Sozialdemokraten: dem Berliner Abgeordneten Christian Hochgrebe. Kennen Sie noch nicht? Hochgrebe ist noch nicht ganz so bekannt (und bei Weitem nicht so unbeliebt) wie Towarischtsch Schröder, aber hat gestern immerhin als Erster den Termin für die Entscheidung des Landesverfassungsgerichtshofes über eine Wahlwiederholung ausgeplaudert.
Wo? Natürlich im Kraftraum der Lösungen. Damit ist – wie gesagt – das Berliner Parlament gemeint, nicht Ihr Geschirrspülautomat. Begeistert waren Koalitionspartner und Opposition von Hochgrebes Fauxpas trotzdem nicht. Denn bis dato kannten den Termin nur einige Eingeweihte. Das Verfassungsgericht hatte das Datum (aus verfahrenstechnischen Gründen) exklusiv an die Innenverwaltung gefaxt (düdüdütdüü), von wo aus das Ganze schnell (tüdelü) die SPD-Fraktion erreichte. Kein Skandal, aber eher Problem als Kraftriegel für Arbeiter… äh, Lösungen. Aber zurück zur Entscheidung über die Wahlwiederholung: Die soll am 16. November verkündet werden. Dann ist Buß- und Bettag. Mir gefällt der Humor der Berliner Verfassungsrichter immer besser.