SPD-Referent rechnet mit Partei ab
Harte Zeiten für die SPD. Auch in Berlin gibt es mal wieder Ärger, diesmal von einem, der jetzt gar nicht mehr in der SPD sein möchte: Jonas Gebauer, ehemaliger Referent von Franziska Giffey und Raed Saleh und zuletzt Sprecher der beiden Landesvorsitzenden Martin Hikel und Nicola Böcker-Giannini, tritt aus der Partei aus. Nicht ohne virtuell noch einmal richtig auf den Tisch zu hauen: „Die SPD steht nicht mehr in aller Klarheit für die Vernunft und den Fortschritt, für die ich einst eintrat“, schreibt Gebauer bei LinkedIn. Inzwischen werde in der Partei lieber über Begriffsdefinitionen gesprochen als über Lösungen. „Die Partei ist kein bürgerlicher Debattierclub für soziologische Seminare, sondern eine Interessenvertretung für die hart arbeitende Mitte.“
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass keiner der oben Genannten wirklich glücklich war mit Gebauer. Zwischen dem neuen SPD-Kandidaten Steffen Krach undGebauer lief es von Beginn an nicht – und Krach wollte seinen alten Vertrauten Matthias Kuder als Sprecher installieren. Die beiden versuchen, die SPD eher wieder weiter in die Mitte zu rücken. Eher unwahrscheinlich, dass der Rest der Partei sie lässt (daran sind hier schon ganz andere gescheitert).
Gebauer geht im Groll, dem Vernehmen nach hat er bereits eine neue Partei gefunden. Und einen Chef, den er früher gern als „Volldulli“ bezeichnete. Aber das ist sicher nur ein Gerücht.