Berliner Verwaltung bleibt offline: Noch rund 220 Jahre bis zur Digitalisierung

2016 wurde die E-Akte beschlossen, 2025 steckt das Vorhaben immer noch in den Startlöchern: Nur rund 2800 von 130.000 Mitarbeitenden in Berliner Behörden arbeiten mit digitalen Akten. Von Anke Myrrhe und Robert Kiesel.

Berliner Verwaltung bleibt offline: Noch rund 220 Jahre bis zur Digitalisierung
Foto: Imago Images / Shotshop / Lutz Wallroth

Berlins erfolglosestes Vorhaben bleibt sich auch im Jahr 2025 treu: die Einführung der digitalen Akte in der Verwaltung – oder vielmehr die Nicht-Einführung. Laut einem Bericht der Senatskanzlei arbeiten aktuell nur rund 2800 Menschen in Behörden und Bezirken mit der Akte. Angestellt beim Land Berlin sind rund 130.000 Menschen, davon arbeiten etwa 80.000 am Computer. Mathe mit dem Checkpoint: 2016 wurde die Einführung beschlossen, wenn es in dem Tempo weitergeht, dauert es nur noch rund 220 Jahre, bis alle Mitarbeiter digital arbeiten können.

Immerhin: Geld lässt sich mit der gescheiterten Einführung auch jetzt schon verdienen. 1,8 Millionen Euro hat das Land Berlin bislang allein dafür ausgegeben, dass der Dienstleister Partnerschaften Deutschland das Projekt vor der kompletten Bruchlandung rettet – und auch das dauert selbstverständlich länger als geplant. Da wird ganz sicher noch die ein oder andere Million rübergereicht.

Apropos: Haben Sie vielleicht Ahnung vom Thema und können das Scheitern nicht mehr länger ertragen? Im Projektteam der Senatskanzlei sind drei von sieben Stellen vakant, darunter Leitung und stellvertretende Leitung. Checkpoint-Prognose: einer der sichersten Jobs in den nächsten Jahren.