Wenn der Regierende plötzlich im eigenen Wahlkreis fischt

Bezirksrochade in Berlins SPD: Kühnert und Müller sichern sich die besten Plätze für die Bundestagswahl 2021. Zum Nachteil einer. Von Robert Ide

Wenn der Regierende plötzlich im eigenen Wahlkreis fischt
Foto: Michael Kappe/dpa

Auch in Berlin kommt die SPD noch nicht auf einen richtig roten Zweig, aber bisher halbwegs stolperfrei durch die oft stotterige Vorwahlkampfzeit. Kevin Kühnert verkündete (via Tagesspiegel) seine Kandidatur in Tempelhof-Schöneberg, der Noch-ein-bisschen-Regierende Bürgermeister Michael Müller ließ daraufhin gestern (via Tagesspiegel und Brief) wissen, dass er nach Charlottenburg-Wilmersdorf ausweicht. Nun müssen sich beide nur noch einigen, welcher Kopf die Zahl 1 auf dem Wahlzettel bekommt – und die SPD sollte sich für einen Platz erweichen, auf den Müllers Staatssekretärin Sawsan Chebli ausweichen kann, die auch in Charlottenburg-Wilmersdorf antreten wollte. „Ich respektiere Michael Müllers Wunsch, in den Bundestag zu gehen – er wäre dort mit seiner politischen Lebensleistung sicherlich eine Verstärkung für unsere Fraktion“, sagte Chebli am Montag dem Checkpoint. Die SPD solle darüber hinaus aber mit Kandidatinnen und Kandidaten antreten, „die für neue Impulse stehen“. Ob sie sich ebenfalls in Charlottenburg-Wilmersdorf zur Wahl stelle, will Chebli nicht ausschließen und „noch zu führenden Gesprächen sehr bald entscheiden“. Ein bisschen Spannung braucht de SPD eben immer, vor allem Binnenspannung.