Justizsenator Behrendt löst Eklat im Abgeordnetenhaus aus
Eitelkeit kommt vor dem Fall. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) musste sich zwar nicht vor Gericht, aber doch am Donnerstag ins Abgeordnetenhaus zerren lassen. Er war trotz vorherigem Streit mit dem Ältestenrat über seine regelmäßig unregelmäßige Anwesenheit zunächst nicht im Parlament erschienen; selbst Wirtschaftssenatorin und Parteikollegin Ramona Pop erreichte ihn telefonisch nicht. Das wurde sogar den Grünen zu bunt; und CDU-Fraktionschef Burkard Dregger (diesmal auch als Oppositionsführer anwesend) ließ Behrendt mithilfe der Opposition und ohne Gegenwehr der Regierungsparteien ins Hohe Haus zitieren, um ihn von seinem nicht gerade niedrigen Ross zu holen. Etliche Abgeordnete sprachen von „Kindergarten“, einer „typischen Provokation“ und „Eitelkeitsnummer“. Behrendt sprach hinterher bloß von einem Stau. Und musste sich von der eigenen Fraktionschefin Silke Gebel vor allen Parlamentariern fragen lassen: „Ist zu erwarten, dass der Justizsenator künftig pünktlich im Plenarsaal Platz nehmen wird?" Behrendts knappe Antwort: „Ja". Die wenigstens kam gerade noch rechtzeitig.