Berlins langweiligster Job
Yassir sitzt in einem Büro in Kreuzberg und schaut auf zwei PC-Bildschirme, auf denen fast nichts passiert. Das Dashboard ist leer. Dem 23-Jährigen ist langweilig. Er ist als Disponent angestellt. Früher war das ein wichtiger Job: Wer einen Fahrdienst bestellen wollte, rief beim Disponenten an, der nahm die Anfrage entgegen und wies sie einem freien Fahrer zu. Heute gibt es dafür Apps. Plötzlich bimmelt es. Eine Bestellung geht ein. Yassir greift zur Maus und schiebt den Cursor auf das Feld „annehmen“. Ein Klick und der Job ist erledigt. Schon kehrt wieder Ruhe ein.
Yassir hat den langweiligsten Job von Berlin, ab und zu darf er sich mit einem Kollegen abwechseln. Beide haben einen Bachelor-Abschluss in Betriebswirtschaft und sind angestellt bei einer Mietwagenfirma, die über den Dienstleister „Uber“ Fahrten vermittelt bekommt. Wegen der geltenden Rechtslage, die das Taxi-Gewerbe schützen soll, muss die Firma Bestellungen aktiv annahmen (die ganze Geschichte hier). Den Klick darf keine Software übernehmen, obwohl es technisch kein Problem wäre. Also macht ihn Yassir. Einer muss es tun.