Arme Kinder – ein Armutszeugnis
Die Zahlen der Bertelsmannstiftung sind fast jedes Jahr gleich und immer wieder auch gleich schlimm: Jedes fünfte Kind lebt in Deutschland in oder nahe der Armut. Und viele davon, nämlich 161.319, leben in Berlin (27 Prozent / nur Bremen schneidet im Ländervergleich noch schlechter ab). Am stärksten betroffen sind die Bezirke Mitte (24.677 Kinder) und Neukölln (22.531 Kinder), die wenigsten Sorgen machen muss sich Steglitz-Zehlendorf (5.409). Tagesspiegel-Kollegin Caroline Fetscher kommentiert im heutigen Leitartikel treffend: „Armut ist kein Schicksal, kein Gendefekt, keine höhere Gewalt. Armut wird von Menschen gemacht. Armut in wohlhabenden Staaten existiert nur, weil sie toleriert und ignoriert oder sogar politisch gewollt wird, etwa weil Arme für niedrigere Löhne arbeiten. So kommt es zum paradoxen Phänomen einer Wohlstandsgesellschaft.“