„Berlin braucht möblierte Wohnungen“: Wunderflats wehrt sich gegen neue Regeln des Senats
Die Wohnungsplattform schreibt Tausende Mieter an und ruft zum Protest gegen strengere Regeln für befristetes Wohnen auf – mit vorformulierten Beschwerden an Abgeordnete. Von Anke Myrrhe und Valentin Petri.
„Berlin braucht klare Regeln gegen illegale Ferienwohnungen, aber es braucht möblierte befristete Wohnungen für die Menschen, die es tatsächlich benötigen.“ Falls Sie den Satz schon kennen, sitzen Sie entweder im Abgeordnetenhaus oder sind Nutzer bei Wunderflats. Die Vermittlungsplattform, die rund 8000 möblierte Wohnungen in Berlin führt, hat alle aktuellen und ehemaligen Mieter angeschrieben, mit der Anregung, sich mit einer vorformulierten Mail bei ihrem lokalen Abgeordneten über den Senat zu beschweren. Der plant nämlich, Wohnen-auf-Zeit-Modelle in manchen Kiezen ganz zu verbieten. Den Namen und die Mailadresse des jeweiligen Abgeordneten hat Wunderflats gleich mitgeschickt. Toller Service.
„Es ist eine Art Brandbrief, den wir vorformuliert haben“, sagt Wunderflats-Chef Jan Hase im Gespräch mit dem Checkpoint. „Die Menschen kriegen nicht mit, dass gerade über ihren Kopf hinweg reguliert wird.“ Die Debatte um Kurzzeitvermietung wird aus seiner Sicht zu einseitig geführt. Die Perspektive derer, die gezielt befristeten und möblierten Wohnraum suchen, komme überhaupt nicht vor. „Vor wem werden die Bewohner im Milieuschutzgebiet geschützt? Vor Studenten, vor Leuten mit Wasserschaden, vor ausländischen Fachkräften?“ Oder vor zu teuren Mieten durch befristeten, möblierten Wohnraum?