Erstickungstod knapp verhindert: Anschlag auf Stromversorgung kostete einen Zehlendorfer fast das Leben
Andreas Thomsen ist an Amyotropher Lateralsklerose erkrankt und wird deshalb künstlich beatmet. Als am Samstag die Stromversorgung zusammenbrach, wurde die Lage für ihn schnell sehr ernst. Dem Checkpoint schilderte er die dramatischen Ereignisse. Von Lorenz Maroldt und Valentin Petri.
Der Anschlag auf die Stromversorgung hätte den Zehlendorfer Andreas Thomsen um ein Haar das Leben gekostet – zwei Minuten trennten den 68-Jährigen vom Erstickungstod. Dem Checkpoint schilderte der Rechtsanwalt, der an Amyotropher Lateralsklerose erkrankt ist, gestern Abend die dramatischen Momente.
Thomsen wird künstlich beatmet, sein Gerät ist über eine Steckdose mit dem Stromnetz verbunden. Als am Sonnabend auch bei ihm zuhause am Großen Wannsee plötzlich die Versorgung wegbricht, schaltet sich der Not-Akku ein. Laufzeit: Maximal sechs Stunden. Thomsen wartet zunächst ab – Anzeichen eines langandauernden Stromausfalls gibt es für ihn erstmal nicht, und die Vorstellung, seine sichere Umgebung verlassen zu müssen, ängstigt ihn. Erst als die Zeit langsam knapp wird und der Strom einfach nicht wiederkommen will, alarmiert ein Pfleger die Feuerwehr. Doch die bleibt zunächst am Grundstückseingang stecken – ohne Strom lässt sich das schwere Rolltor nicht öffnen.
Nachdem die Retter das Hindernis schließlich überwunden haben, stellt sich heraus, dass sie das Beatmungsgerät nicht anschließen können. Thomsens Stimme, durch die Nervenlähmung ohnehin geschwächt, ist kaum noch zu verstehen, Panik hat ihn erfasst. Das Beatmungsgerät signalisiert das nahe Ende der Akku-Kapazität.
Ein zweiter Wagen wird alarmiert. Die Notärztin entscheidet, den bettlägerigen und schwergewichtigen Thomsen durch das enge Treppenhaus nach unten in den Rettungswagen zu tragen – auch der Aufzug funktioniert ohne Strom ja nicht. Nur langsam geht es um die Ecken, schließlich nach draußen. Zehn Einsatzkräfte kümmern sich um den Patienten.