Im Osten geht die Linke unter

Politik ist nichts, was man mit links macht. Aber links gelabelte Politik kann auch in schweren Zeiten noch erfolgreich sein, wie die Wahlen in Großbritannien und Frankreich gerade gezeigt haben. In Deutschland dagegen kämpft die Linke als Partei gerade ums Überleben und muss massive Austritte verkraften wie etwa den von René Wilke, dem jungen, pragmatischen und weithin anerkannten Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder). Das einst aus der DDR-Staatspartei SED hervorgegangene Gebilde, das nach vielen Verwandlungen das soziale Gewissen Ostdeutschlands sein wollte, droht nun gerade im Osten aus der Wahrnehmung und aus den Landtagen zu fallen.

Nach einer internen Wochenend-Klausur der Parteispitze versprach Parteichef Martin Schirdewan am Montag in Berlin „strukturelle Reformen für die Partei, damit wir als Organisation wieder politikfähiger werden“ und kündigte eine „strategische Richtungsentscheidung“ bei den „großen Themen unserer Zeit“ an. Dies seien Migration und Einwanderung sowie Außen- und Sicherheitspolitik. Fragt sich nur, wie lange die Linke noch braucht, um in der Realität einer sich krisenhaft verändernden Welt anzukommen.

Warum im Osten die Linke untergeht, habe ich hier analysiert. Und unseren neuen, wöchentlichen Tagesspiegel-Newsletter „Im Osten“ zur Lage vor den wichtigen Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen können Sie kostenlos hier abonnieren. Danke für Ihr Interesse!