Schließung wegen Personalmangel? Bundestagswahl lähmt Arbeit der Berliner Bürgerämter
Die vorgezogene Bundestagswahl stellt die Berliner Bezirksämter vor logistische Herausforderungen: Bürgerämter könnten personell ausgedünnt und sogar vorübergehend geschlossen werden. Von Robert Ide und Valentin Petri
Die auf wann auch immer vorgezogene Bundestagswahl löst in Berlins Bezirksämtern bereits Alarmstimmung aus. Zwar herrscht kein Papiermangel für die Wahlzettel, wie zunächst kolportiert worden war, dafür stapelt sich aber womöglich der Personalmangel. „Je kurzfristiger der Wahltag angesetzt wird, desto mehr Personal wird aus der bezirklichen Verwaltung herangezogen werden müssen, um eine ordnungsgemäße Vorbereitung der Wahl zu gewährleisten“, sagt Reinickendorfs Vize-Landeswahlleiter Hauke Haverkamp auf Tagesspiegel-Anfrage und nennt als Beispiel: „Ein einzelner Bürgeramtsmitarbeitender bearbeitet bis zu 220 Termine pro Woche. Es ist noch nicht absehbar, wie viele Bürgeramtsmitarbeitende in das Bezirkswahlamt abgeordnet werden müssen. Die Schließung eines Bürgeramtsstandortes wird geprüft, ist aber noch nicht endgültig entschieden.“
Zudem müsse man bei einem Wahltermin etwa im Februar einen möglichen Winter-Räumdienst vor den Wahllokalen einkalkulieren und die Winterferien Anfang Februar beachten. „Bereits für die letzte Wiederholungswahl mussten Urlaube abgesagt und Stornokosten für gebuchte Reisen vom Bezirk erstattet werden.“ Welche Hürden für die Wahl in Ihrem Bezirk bestehen, erklären unsere Kiezreporter in den Bezirks-Newslettern – ein Abo Ihrer Wahl gibt’s hier.