Rechter Bibliotheksmitarbeiter in Berliner CDU-Kreisverband

2005 wurde der Veranstaltungsleiter der „Bibliothek des Konservatismus“  aus der CDU ausgeschlossen. Heute sitzt er im Kreisvorstand der Partei in Pankow. Von Laura Hofmann

Rechter Bibliotheksmitarbeiter in Berliner CDU-Kreisverband
Foto: Bernard Ladenthin [CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0)]

Wie es mit der Abgrenzung nach Rechtsaußen nicht funktioniert: In der „Bibliothek des Konservatismus“ in Charlottenburg, ein zentraler Treffpunkt der Neuen Rechten, arbeitet ein gewisser Norman Gutschow, Abteilung Veranstaltungsmanagement (via @NeueRechteWatch). Was Gutschow sonst so macht? Er ist Beisitzer im CDU-Kreisvorstand in Pankow. Dessen Vorsitzender Gottfried Ludewig sagte dem Checkpoint auf Anfrage: „Der Arbeitgeber von Herrn Gutschow hat in der Arbeit des Kreisverbandes bis heute keine Rolle gespielt.“ Ob sich das jetzt ändert?

Schauen wir mal in den Veranstaltungskalender der „konservativen“ Bibliothek: Am Mittwoch, 19. Februar, wird der Film „Mythos Klimakatastrophe – Manipulation, Desinformation, Panikmache“ von Marco Pino gezeigt. In der Ankündigung heißt es: „Ist der Dieselmotor wirklich eine Gefahr für unsere Gesundheit? Steht die Erde tatsächlich vor einer Klimakatastrophe? Und weist die deutsche Energiewende wirklich den Weg in die energiepolitische Zukunft? (...) Wie in anderen Themenfeldern auch werden linke und grüne Sichtweisen durch ständige Wiederholung zu angeblichen Wahrheiten erhoben, andere Sichtweisen mit Kampfbegriffen wie ‚Populismus‘ angefeindet.“ Checkpoint-Tipp: Aluhut nicht vergessen.

Gutschows Hang nach rechts ist übrigens schon lange bekannt. Vor 15 Jahren wurde er „wegen mutmaßlicher Rechtslastigkeit“ (Tagesspiegel vom 21.05.2005) aus der CDU ausgeschlossen, weil er für die „Junge Freiheit“ schrieb, ein Sprachrohr der Neuen Rechten. Im März 2019 sprach er sich in der „BZ“ für Friedrich Merz als CDU-Landeschef aus: „Er ist eine Führungspersönlichkeit, die die Stadt wieder nach vorne bringen würde.“