„Es reicht nicht, wenn wir zwischen Bordellen und Freizeitparks geführt werden.“
Kulturbetriebe bleiben weiter geschlossen. Der Geschäftsführer der Yorck-Kinos fordert nun einen Wiedereinstiegsplan. Exklusiv für Checkpoint-Abonnenten. Von Felix Hackenbruch
Im falschen Film fühlen sich aktuell Berlins Kino-Betreiber. „Ich finde es erschreckend, dass die Kultur beim Thema Lockerungen bislang keine Rolle spielt“, sagt Christian Bräuer, Geschäftsführer der Yorck-Kinos auf Checkpoint-Anfrage. Weil man für die Wiederöffnung zwei bis vier Wochen Vorlauf brauche, sei ein Fahrplan dringend nötig. Die Kinobetreiber wollen Bund und Ländern konkrete Vorschläge vorlegen. Abstand und eine Reduzierung der Gäste seien denkbar, Hygienespender könnten installiert werden. Für seine Mitarbeiter hat Bräuer bereits Mundschutz in China bestellt. Die wirtschaftliche Situation für die Yorck-Kinos mit den 200 Angestellten sei „schwierig“, trotzdem komme vom Bund keine Hilfe. „Kultur scheint für die Politik Genuss-, nicht Lebensmittel zu sein. Es reicht aber nicht, wenn wir zwischen Bordellen und Freizeitparks geführt werden.“