Motorsägen-Sound im Naherholungsgebiet: „MotoSurf“-Rennen unter ADAC-Flagge dröhnte in Berlin-Grünau übers Wasser
An Pfingsten knatterten Surfer mit Verbrennungsmotoren an den Brettern über den Langen See. Laut ADAC verlief alles ökologisch sauber und leiser als vom Senat vorgeschrieben. Von Stefan Jacobs.
Am Pfingstwochenende war rund um die Regattastrecke an der Dahme in Grünau mal wieder richtig Radau. Es handelte sich um die Berliner Weltpremiere des „MotoSurf GP“, also Menschen auf Surfbrettern mit Motor statt Segel oder Paddel, veranstaltet „unter der Flagge des ADAC“, wie ebenjener vorab mitteilte. Auf die Nachfrage, wie zeitgemäß es ist, ein Berliner Naherholungsgebiet tagelang mit motorsägenähnlichem Verbrenner-Sound zu verlärmen, teilt der ADAC mit, dass „die MotoSurf-Disziplin schon jetzt als die sauberste Powerboat-Disziplin weltweit gilt“ – dank biologisch abbaubarer Öle, geringen Spritverbrauchs und versiegelter Tanks. Außerdem gebe es eine lokal emissionsfreie E-Boot-Kategorie und die vom Senat vorgegebene Lärmgrenze „bleibt mit Abstand unterschritten“. Dann ist ja alles gut, jedenfalls bis Mitte August, wenn in Grünau das alljährliche Motorbootrennen steigt. Vermutlich die zweitumweltfreundlichste Powerboat-Disziplin weltweit.