Attacke gegen Fußgänger? Berliner Senat verteidigt E-Scooter-Vorstoß
Das Verkehrsministerium plant neue Regeln für E-Scooter im Straßenverkehr. Der Fachverband Fußverkehr Deutschland e.V. ist von den Vorschlägen von Volker Wissing gar nicht begeistert. Von Ann-Kathrin Hipp und Lotte Buschenhagen
Eine „grobe Attacke“ auf Fußgänger nennt „Fuss e.V.“ die Pläne des Verkehrsministeriums, E-Scooter künftig mit Fahrrädern gleichzusetzen. Ein entsprechender Entwurf von Minister Volker Wissing (FDP) sieht unter anderem vor, dass die Roller Grünpfeile und bestimmte Gehwege und Fußgängerzonen nutzen können. Klingt wahnsinnig? Nö, bremst die Berliner Verkehrsverwaltung auf Checkpoint-Anfrage. Der Senat begrüße das Vorhaben: Eine formale Gleichsetzung würde die Durchsetzung von Verkehrsregeln in der Praxis deutlich vereinfachen. „Man macht ganz offensichtlich: Du bist normaler Verkehrsteilnehmer und hast dich an dieselben Regeln zu halten. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten.“ Weiterer Vorteil: Weniger Schilderwald – durch die Angleichung müssten nicht an jeder Ampel neue her. Und was die Fußgänger angeht: Geteilte Fußgänger- und Radzonen habe Berlin ohnehin praktisch keine, zudem könne man noch immer lokale E-Scooter-Verbote durchsetzen.