Teuer aufgemotzt: Wasserbetriebe investieren 300 Millionen in ein Klärwerk
Die Berliner Wasserbetriebe möchten eine bessere, sehr teure, Reinigungstechnik etablieren. Die eigentlich gute Initiative muss jedoch größtenteils über Selbstzahler finanziert werden. Von Stefan Jacobs
Getreu der ewigen Weisheit „Shit happens“ haben die Wasserbetriebe für 300 Mio. Euro ihr Klärwerk Waßmannsdorf am südlichen Stadtrand aufgemöbelt. Heute wollten sie es mit Eigentlich-auch-Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) präsentieren, aber der Termin wurde storniert, nachdem Vorstandschef Christoph Donner kurzfristig von dannen gespült worden ist. Insgesamt investieren die Wasserbetriebe mehr als eine Milliarde Euro in bessere Reinigungstechnik. Einerseits höchste Zeit, aber andererseits wohl zu früh, um von einer neuen EU-Vorgabe zu profitieren: Künftig sollen sich Hersteller problematischer Stoffe – Pharma- und Kosmetikfirmen etwa – an den Kosten für die Beseitigung aus dem Abwasser beteiligen. Da die Vorschrift aber erst binnen 30 Monaten in deutsches Recht umgesetzt werden muss, müssen die Wasserbetriebe bzw. wir Kunden das Gros der Investitionen wohl selber finanzieren.