Pflichtjahr-Debatte: Soziale Verbände warnen vor Zwang – Berliner Tafel sieht Vorschlag positiv
CDU und Bundeskanzler Merz haben die Debatte über ein allgemeines gesellschaftliches Pflichtjahr neu befeuert. In der Hauptstadt gehen die Meinungen vieler Verbände auseinander. Die Tafel fände den „dringend benötigten Perspektivwechsel“ jedoch gut. Von Jessica Gummersbach und Sönke Matschurek.
Alte Debatte, neuer Aufschlag: Die CDU und Bundeskanzler Friedrich Merz haben sich erneut für ein allgemeines gesellschaftliches Pflichtjahr ausgesprochen – sei es bei Bundeswehr, Feuerwehr, THW oder im sozialen Bereich.
In der Hauptstadt gehen die Meinungen dazu mindestens bei den Verbänden auseinander. Das DRK will auf Checkpoint-Nachfrage von einer Pflicht nichts wissen: „Freiwilligkeit ist der richtige Weg.“ Schon jetzt steige die Nachfrage, Bewerbern müsse teils abgesagt werden. Ähnlich reagiert der Paritätische Wohlfahrtsverband: „Wer junge Menschen gewinnen will, muss sie überzeugen, nicht zwingen“, schreibt Hauptgeschäftsführer Joachim Rock. „Wir hätten im Zweifel junge Menschen in sensiblen Einsatzfeldern wie der Pflege, die nicht aus eigener Motivation heraus tätig sind.“
Zuspruch kommt dagegen von der Berliner Tafel. Der Pflichtdienst ermögliche einen „dringend benötigten Perspektivwechsel“ und könne für armutsbetroffene Menschen und den Umgang mit Lebensmitteln sensibilisieren.