Evangelische Journalistenschule steht vor dem Aus

Auch die evangelische Kirche muss sparen – ob sie das ausgerechnet an ihrem Beitrag zu hochwertigem Journalismus tut, entscheidet sich diesen Mittwoch. Von Lorenz Maroldt

Evangelische Journalistenschule steht vor dem Aus
Mit einem offenen Brief setzen sich u.a. die Medienschaffenden Anne Will, Pinar Atalay, Caren Miosga und Carolin Emcke für den Erhalt der Schule ein. Foto: Christian Ditsch/Imago

Die renommierte Evangelische Journalistenschule steht vor dem Aus – obwohl die Initiative „EJS retten“ und der Freundeskreis mit einer auch extern besetzen Task Force ein Konzept entwickelt hat, mit dem die EJS eine der modernsten journalistischen Aus- und Weiterbildungsstätten des Landes werden könnte. Grundsätzlich stieß die Idee „EJS 4.0“, die digitale Kompetenz, journalistische Ethik, gesellschaftliche Verantwortung und Produktentwicklung zusammenführt, auf großes Interesse. Doch die Trägerin, das „Gemeinschaftswerk der Evangelistischen Publizistik“, ist finanziell unter Druck, und der Rat der EKD will die Restrukturierungskosten nicht absichern. Ein fatales Signal, zumal vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine, schlimmsten Menschenrechtsverletzungen und Reportern unter Beschuss. Am heutigen Vormittag soll bei einer Zoom-Konferenz des GEP die Schließung der Schule beschlossen werden. Vielleicht hilft ja beten – wo sonst, wenn nicht in der Kirche, wird man noch auf ein Wunder hoffen dürfen.

PS: Die finanziellen Probleme des GEP sind auch eine Folge von Kirchenaustritten. Eine Folge der EJS-Schließung wiederum könnten Kirchenaustritte sein. Ob die EKD diesen Teufelskreis (sorry) nicht mal verlassen will?