Schulstart in Berlin am 2. Januar: Schulleiter erwarten viele fehlende Kinder zum Schulbeginn

Nach den Feiertagen startet die Schule in Berlin wieder – doch nicht alle Kinder werden da sein. Berliner Schulleiter rechnen mit Fehlzeiten und kritisieren den frühen Schulbeginn. Von Anke Myrrhe und Isabella Klose.

Schulstart in Berlin am 2. Januar: Schulleiter erwarten viele fehlende Kinder zum Schulbeginn
Foto: Picture Alliance / dpa / Jens Kalaene

Das neue Jahr beginnt für alle mit schulpflichtigen Kindern ebenfalls mit einem großen Knall: Heute geht die Schule schon wieder los. Wir haben uns mal umgehört bei Berliner Schulleitungen, wie viele Kinder da wohl noch fehlen werden – mit unterschiedlichen Antworten.

Sven Zimmerschied, Leiter der Friedensburg-Oberschule in Charlottenburg: „Wir sind eine deutsch-spanische Europaschule, da reisen viele Familien nach Lateinamerika. Wir waren da großzügig mit der Verlängerung der Ferien. Ich gehe davon aus, dass alle anderen da sein werden. Ich erwarte keine hohen Fehlzahlen heute.“ Den frühen Schulbeginn findet er persönlich auch nicht toll, aber: „Ist halt jetzt so.“ Berliner Pragmatismus.

Karina Jehniche, Leiterin der Morgenstern-Grundschule in Spandau: „Viele Eltern haben vor den Ferien gefragt, ob sie später zurückkommen können. Das dürfen wir natürlich nicht genehmigen. Es werden trotzdem viele Kinder fehlen, weil sie Großeltern im Ausland haben und die Flüge außerhalb der Ferienzeiten preiswerter sind. Ich habe sie darüber informiert, dass diese zwei Tage als unentschuldigte Fehltage gelten, das nehmen sie dann einfach in Kauf.“ Dass die Schule heute schon wieder beginnt, findet sie selbst „nicht so dramatisch“: „Das trifft uns ja auch nicht überraschend, weil es ja schon länger feststand.“ An der Schule werden die zwei Tage nun zum Aufräumen genutzt: „Wir räumen die Schule und den Schulhof gemeinsam auf und schließen das Jahr richtig ab, bevor wir dann nächste Woche mit neuem Stoff starten.“

Guido Richter, Leiter der 34. Grundschule in Lichtenberg: „Es hat sich schon abgezeichnet, dass morgen einige Kinder bei uns fehlen werden. Ich hatte sehr viele Beurlaubungsanträge, die ich auch genehmigt habe. Wer sich die Ferienplanung ausgedacht hat, weiß ich wirklich nicht: Entweder hat das jemand nicht durchblickt oder selbst keine Kinder. Auch mit Blick auf die Silvesternacht, wo ja viele Kinder länger wach bleiben und durch die Feiertage ohnehin einen anderen Rhythmus haben. Und da jetzt am nächsten Tag wieder reinzukommen und wieder normal zu schlafen, ist schwierig. Wir werden die Bildungskarrieren und Pisa-Ergebnisse an diesen beiden Tagen nicht retten. Aus meiner Sicht war das schlecht durchdacht.“