Das ist der Pandemie-Plan der Bundesregierung

Italien macht dicht – aber was passiert in Deutschland, wenn COVID-19 zur Seuche wird? Die Regierung hat bereits einen Notfallplan. Von Ann-Kathrin Hipp

Das ist der Pandemie-Plan der Bundesregierung
Foto: Christian Ohde/imago

Das Robert-Koch-Institut dringt auf schnelle Vorkehrungen. „Das ist eine ernste Lage, und diese Lage könnte sich weiter zuspitzen“, sagt Präsident Lothar Wieler. Die Folgen einer Pandemie wurden bereits vor Jahren durchgespielt: Bundestags-Drucksache 17/12051 – ein Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012. Das Szenario beschreibt eine im Februar von Asien ausgehende, weltweite Verbreitung eines neuen Virus (Modi-SARS-Virus): Zwei Infizierte reisen nach Deutschland und obwohl die Behörden alle vorgesehenen Maßnahmen umsetzen, kann die rasche Verbreitung nicht aufgehalten werden. Die Folge: „Zum Höhepunkt der ersten Erkrankungswelle nach ca. 300 Tagen sind ca. 6 Millionen Menschen in Deutschland erkrankt. Das Gesundheitssystem wird vor immense Herausforderungen gestellt, die nicht bewältigt werden können. Unter der Annahme, dass der Aufrechterhaltung der Funktion lebenswichtiger Infrastrukturen höchste Priorität eingeräumt wird (…) können in den anderen Infrastruktursektoren großflächige Versorgungsausfälle vermieden werden. Nachdem die erste Welle abklingt, folgen zwei weitere, schwächere Wellen, bis drei Jahre nach dem Auftreten der ersten Erkrankungen ein Impfstoff verfügbar ist.“ Immerhin: Im Szenario wird auch davon ausgegangen, „dass die Mehrheit der Bevölkerung sich solidarisch verhält und versucht, die Auswirkungen des Ereignisses durch gegenseitige Unterstützung und Rücksichtnahme zu verringern“. Keiner kann aktuell sagen, wie es genau weitergeht – aber zumindest für Letzteres können wir sorgen.