Sperrmüllentsorgung in Berlin vs. Düsseldorf: Checkpoint-Leser macht den Vergleich und zeigt die Probleme in Berlin auf

Angesichts der geplanten Erhöhung der Strafgelder für illegale Müllablagerungen fragt sich Dominik Ecken, ob nicht der hohe bürokratische Aufwand für die Sperrmüllabholung Teil des Problems ist. Von Margarethe Gallersdörfer

Sperrmüllentsorgung in Berlin vs. Düsseldorf: Checkpoint-Leser macht den Vergleich und zeigt die Probleme in Berlin auf
Foto: imago images / STPP

Zur geplanten Erhöhung der Strafgelder für illegale Müllablagerungen (CP von gestern) hat Checkpoint-Leser Dominik Ecken einen bescheidenen Vorschlag: Vielleicht könnte die Berliner Stadtreinigung (BSR) die Sperrmüllentsorgung „so gestalten, dass man sie auch nutzen kann“?

„Als ehemaliger Düsseldorfer räume ich zurzeit meinen Keller in Düsseldorf UND meinen Keller in Berlin leer“, schreibt Ecken. „In Düsseldorf fülle ich ein Online-Formular aus, Name, Anschrift. Dann bekomme ich noch einen Hinweis, dass Holz und Elektrogeräte gesondert rauszustellen sind, getrennt vom Sperrmüll. Dann bekomme ich einen Termin angezeigt, zu dem ich den Sperrmüll auf die Straße stellen muss. Fertig.

In Berlin hingegen müsse man quasi ein Studium abschließen: „Lassen wir mal beiseite, dass es Geld kostet. Ich muss exakt angeben, WAS ich entsorgen möchte. Regalbretter sind auszumessen und die Anzahl der Quadratmeter ist anzugeben. Kleinzeugs kann in 100-Liter-Säcke verpackt werden. Woher soll ich wissen, wieviel LITER mein Sperrmüll hat? Man wird dreimal darauf aufmerksam gemacht, dass nur das mitgenommen wird, was auch angegeben wurde. Ich habe aber im Keller etwas, was nicht aufgelistet ist. Also habe ich eine Mail an die BSR geschrieben, ob sie das auch mitnehmen. Bekomme ich eine Antwort? Mal sehen. So habe ich sicherheitshalber etwas mehr angegeben als ich vermutlich habe. Kostet mich bei langfristiger Anmeldung 130 Euro, bei kurzfristiger Anmeldung 260 Euro.“

Es gebe seitenweise Antworten auf häufig gestellte Fragen durchzuarbeiten, alles sei bis ins Kleinste geregelt, schreibt Ecken. „Das Beste: Ich muss 12 Meter Platz schaffen für das Müllfahrzeug. Wenn es keinen Platz gibt, muss ich Halteverbotsschilder beantragen und aufstellen. Wenn ich auch Elektrogeräte zum Abholen habe, sind es ZWEI Fahrzeuge, die eine Stellfläche von circa 20 -25 Meter benötigen. Bitte, wie absurd ist das denn?“

Ganz neue Erklärungsansätze für das illegale Sperrmüllaufkommen in Berlin tun sich hier auf. Wie arbeitet man sich durch so einen Wahnsinn, wenn man – zum Beispiel – wenig oder kein Deutsch kann? Team Checkpoint meint: Bitte dringend das Regelwerk entrümpeln!

Und zwar dalli – unser heutiges Lied für die Checkpoint-Sommerplaylist, „Don’t Make Me Wait“ von Sting und Shaggy, passt auch gleich zur nächsten Meldung …