Reden über das Schweigen im Osten
Wir zappen vom Fernsehen ins Kino und entdecken einen gerade anlaufenden Film, der mit eindrücklichen Bildern einen Aggregatzustand beschreibt, der das politisch volatile Ostdeutschland seit 35 Jahren prägt: das Schweigen in weiten Landschaften. „Mit der Faust in die Welt schlagen“ möchten die nach der Einheit orientierungslosen Mitglieder einer zerfallenden Familie, die von Regisseurin Constanze Klaue und Schauspielerin Anja Schneider in Szene gesetzt werden. Ich habe mit beiden Frauen über den Wandel in atemlosen Zeiten und die Narben von Umbrüchen gesprochen, die ja inzwischen unsere ganze Welt erfassen.
Anja Schneider, 1977 geboren in Thüringen und heute Schauspielerin am Deutschen Theater, sieht bis heute vererbte Narben: „Die Scham der Eltern, das Leben nicht mehr richtig zu verstehen und nicht die richtige Sprache dafür zu finden, ging auf die Kinder über.“ Und Constanze Klaue, 1985 in Ost-Berlin geboren und als Regisseurin, Musikerin und Autorin in die Hauptstadt zurückgekehrt, sagt: „Ich zähle inzwischen bei jeder Talkshow nicht nur die Frauen, sondern auch die Ossis, die da zu Wort kommen. Es sind zu wenige.“ Was die beiden Frauen über unterdrückte Gefühle, Heimat und Gewalt denken, lesen Sie im ausführlichen Interview, und zwar hier.
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