Die Baumgarteninsel befindet sich unmittelbar neben der Köpenicker Altstadt und ist nach zwei Seiten über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Zentraler geht’s also kaum, aber das nützt Menschen ohne Boot oder Badesachen trotzdem nichts. Denn die Brücke, die vor bald 20 Jahren als Abkürzung für Fußgänger und Radfahrer geschlagen wurde, steht nur mit einem Fuß auf der Insel und hat keinen Zugang zu ihr. Kenner der Berliner Obrigkeit könnten das für eine jener Verwaltungskapriolen halten, die schon den nebenan verewigten „Hauptmann von Köpenick“ hervorbringen konnten, auf den man hier aus unerfindlichen Gründen ziemlich stolz ist. Aber es waren die Insulaner, die den Zugang per Landweg verhindert haben. Sie wären dann nämlich nicht mehr unter sich gewesen. Dabei sind sie durchaus zahlreich, denn rund 100 Gartenlauben stehen auf der Insel zwischen dem Alten Spreearm und dem Katzengraben, der angeblich von jedem Stubentiger übersprungen werden konnte, bevor er Ende des 19. Jahrhunderts zur Hauptspree ausgebaggert wurde. Wer partout auf die Insel will, muss sich am Schlossplatz ein Solarboot leihen oder an der Dammbrücke einen Ruderkahn und schauen, wo man unbehelligt anlegen kann – und dabei immer die Geschichte mit der Brücke im Hinterkopf behalten.
Text: Stefan Jacobs
Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt?
Gewinnen Sie eine „Checkpott“-Kaffeetasse.
Jetzt mitmachen