Wäre die Pfaueninsel ein Mensch, wäre sie der alte Opa, der sehr viel erlebt und viel zu viele Geschichten zu erzählen hat. Kurz und knapp zusammengefasst klingen die so: Im 17. Jahrhundert wurden auf der Insel (damals noch „Kaninchenwerder“) Kaninchen gezüchtet. Außerdem versuchte ein Alchemist Gold herzustellen (Spoiler: Er scheiterte und zerstörte seine Experimentierhütte bei einem Brand). Friedrich Wilhelm II. entdeckte die Insel als Liebesnest und ließ für sich und seine Herzensdame Wilhelmine ein Schloss, eine Meierei und einen englischen Landschaftsgarten errichten. Friedrich Wilhelm III. mochte es wilder und ließ einen Palmengarten samt Menagerie bauen. Mehrere hundert Tiere, unter anderem Lamas, Löwen und Kängurus zogen auf das vermeintliche Südseeparadies mitten im Wannsee – und von dort irgendwann wieder runter in den heutigen Berliner Zoo. Allein die Pfauen sind geblieben. Zu ihnen haben sich die hier heimischen Tiere gesellt: Mäuse, Vögel, Füchse, Wildschweine, Schwarzmilane, Seeadler, Komorane, Biber und fünf Spechtarten. Checkpoint-Analyse: romantisch schön. Und das ist ja nur die Kurzversion.
Text: Ann-Kathrin Hipp
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