Homeoffice-freie Zone Bürgeramt
Im 22. Monat der Pandemie sollte das Homeoffice eigentlich kein bahnbrechendes Novum mehr sein – eigentlich. Doch auf Berlins Bürgerämter ist stets Verlass, selbst niedrigste Erwartungen zu sprengen: Die Anfrage der Abgeordneten Kristin Brinker (AfD), wie viele Mitarbeiter in eigenen Wänden arbeiteten, stieß – vorsichtig ausgedrückt – auf ausbaufähige Rückmeldungen. „Es ist keine Homeoffice-Möglichkeit für Mitarbeitende der Bürgerämter vorhanden“, heißt es aus Friedrichshain-Kreuzberg. „Eine Bearbeitung von Dienstleistungen ist aus der Ferne aufgrund persönlicher Vorsprache nicht möglich“, sagt Steglitz-Zehlendorf. Auch in Charlottenburg und Lichtenberg müssen alle Angestellten ins Amt, komme, was wolle – in Spandau dürfen wenigstens fünf Mitarbeiter nach Hause, abwechselnd, versteht sich.
Einsame Ausnahme: Treptow-Köpenick, wo „alle Mitarbeitenden im Fachbereich Bürgerämter von der Nutzung des Homeoffice Gebrauch gemacht haben“. Eine geheime Formel? Sachdienliche Hinweise, was im Südosten so glorreich anders läuft als im Rest der Berliner Service-Prärie, sammelt unser Ermittlungsteam unter checkpoint@tagesspiegel.de.