Ein Abschied von der Liebe
Zum Schluss noch ein persönlicher Abschied – von der Liebe, vorerst und aus vollem Herzen. Vier Jahre lang haben wir im Tagesspiegel die wöchentliche Liebeskolumne „Ins Herz“ veröffentlicht und dabei alle Facetten des menschlichen Zusammenseins (und auch des Alleinseins) zu ergründen versucht – journalistisch kritisch und menschlich empathisch, möglichst genau und immer neugierig.
Nach 200 Folgen verabschieden wir uns als Schreibtrio – Helena Piontek, Joana Nietfeld und Robert Ide – in eine Pause des Innehaltens und Nachdenkens darüber, welche Geschichten über die Kapriolen des Lebens wir in Zukunft erzählen wollen.
Die Frage, die Sie, liebe Leserinnen und Leser, uns in vier Jahren am häufigsten gestellt haben, lässt sich naturgemäß am schwierigsten beantworten: Was haben wir selbst über die Liebe gelernt? Eine ganze Menge: Dass Liebe unerschöpflich ist. Dass Liebe gerade in Berlin und auch überall sonst sehr vielfältig ausgelebt wird, aber sich manchmal trotzdem verschämt verbirgt. Dass Liebe so schwer und gerade deshalb so leicht ist – und umgekehrt. Dass Liebe in allen Zeiten und Konstellationen das Gleiche von einem verlangt: sich zu ihr zu bekennen.
Eines hat sich in unseren vielen Gesprächen gezeigt: Liebe bedeutet nicht, eine Beziehung zu haben. Manche Menschen verbringen ein halbes Leben miteinander, ohne je wirklich verrückt nacheinander gewesen zu sein. Andere teilen nur eine Nacht – und gehen sich danach nie mehr aus dem Kopf.
So wie uns diese besondere Arbeit über die schönste, wichtigste und mitreißendste Sache der Welt weiterhin begleiten wird – zum Beispiel als regelmäßige Lesung bei den Checkpoint-Berlin-Revuen im Kabarett „Stachelschweine“. Unsere – vorerst abschließenden – Gedanken dazu, was die Liebe wirklich ausmacht und was nicht, können Sie hier nachlesen.
Es war uns immer eine Freude.