Encore
Die Vermüllung Berlins nimmt immer mehr Farben an – und kreative Formen, sie zu bekämpfen. Aber lesen Sie selbst, geschrieben von Checkpoint-Leserin Stina „Urberlina & seit bald 30 Jahren Xbergerin“, Titel: Mülldeponie Kreuzberg-Denkmal, sechzig Meter über dem Meeresspiegel, an einem Samstagmorgen im August 2021 (leicht gekürzt).
„Sieben große, strahlend blaue Müllsäcke werden wiederholt und gleichmäßig auf die das Plateau umgebenden gusseisernen Zaunfelder des Schinkel-Denkmals im Viktoriapark gespießt.
Innerhalb der diversen Partyzonen des Viktoriaparks stapelt sich indes der Abfall der letzten Nacht. Girlanden und Luftballons umranken die Bäume, zu deren Füßen leere Flaschen und Becherchen Gebirge bilden.
Sieben Plastiksäcke flattern, auch an diesem Samstagmorgen meist unbefüllt, im Himmel über Berlin. Vielleicht eine undurchsichtige Kunstperformance? Mit sieben Säcken zum Sieg über Napoleon?
By the way: wie überaus schööön das auf den vielen Tourifotos aussehen wird!!! Wer Berlin rund um den Globus so aggressiv als Stadt der Freiheit und Toleranz bewirbt, darf sich nicht wundern!
Ein blaues Mülltüten-Battaglion rund um das Schinkel-Denkmal zu montieren ist genauso übergriffig wie die üble Angewohnheit unserer Zeitgenossen, ihren Scheiß fallen zu lassen, wo immer es ihnen beliebt. Irgendein Idiot wird den Mist ja wieder wegräumen. Man stelle sich vor, in größerer Dimension, die unteren Enden des Eiffelturms mit Mülltüten zu betackern! Wow!
Voilà: la liberté! Nee. La réalité.“