Berliner Bienen geben länger Honig: Die Stadt bietet gegenüber dem Land den besseren Lebensraum
1292 Imkerinnen halten in Berlin 7486 Bienenvölker, doch die Insekten zeigen in diesem Jahr eine geringere Aktivität. Schuld daran ist die Varroa-Milbe. Von Robert Ide und Isabella Klose
Foto: dpa / Jens Büttner
Wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen, fliegen … nee, Moment! Wenn Bienen hinter Bienen brummen, brummen Bienen Bienen etwas zu. Und zwar dies: Heute ist Weltbienentag! Auf Vorschlag Sloweniens haben die Vereinten Nationen diesen Tag eingeführt, um auf die wichtige Rolle der Insekten für unser Leben und Überleben aufmerksam zu machen. In Berlin sind aktuell 1292 Imkerinnen und Imker registriert, sie halten 7486 Völker. Nicht wenige allerdings haben den letzten Winter nicht überlebt, weil die Varroa-Milbe schlimme Krankheiten übertrug, die etwa die Flügel der Bienen am Wachstum hinderten.
„In diesem Jahr zeigt sich trotz eher milden Wetterverlaufs ein eher zurückhaltendes Schwarmgeschehen, was auf insgesamt eher schwach ausgewinterte Völker schließen lässt“, berichtet Melanie von Orlow, die Vorsitzende des Berliner Imkerverbandes, auf Checkpoint-Nachfrage. Dennoch ist gerade in der Stadt lokaler Bienenhonig garantiert. Während im Umland bereits nach der Rapsernte die Honigproduktion erlahmt, sorgen der Berliner Stadtwald, Gartenanlagen und Straßenbäume noch lange für eine gute Nektar- und Pollenversorgung. „Auch für Wildbienen ist die Stadt inzwischen ein strukturreicherer Lebensraum als das Land“, sagt Berlins Bienenkönigin Melanie von Orlow. Summasummarum ein brummendes Geschäft für alle.