Legendärer Friseursalon in Friedenau wiederentdeckt
So, Zeit für einen Cut. Wo sich Berlin einst mit Fanta in der Hand einen windschnittigen Haarschnitt verpassen ließ (legendärer Werbeclip hier), kann man heute immer noch Haare schneiden sowie Füße und Hände pflegen. Ein User im Online-Netzwerk Reddit entdeckte den legendär gewordenen Laden in der Rubensstraße in Friedenau wieder – und der Checkpoint erreichte am späten Mittwochabend noch Inhaberin, Friseurin und Kosmetikerin Sandra, die gleich vorwegschickte: „Wir haben schon Feierabend.“
Mehr als 100 Jahre sei der Laden mit dem schlichten Namen „7“ schon alt, sie habe bei der Übernahme das alte Werbeschild am Eingang hängengelassen. „Was lange gut war, muss heute nicht schlecht sein“, sagt sie. In ihren drei Räumen empfängt die 48-Jährige vor allem Frauen, die mit dem Kiez so verwachsen sind wie die Haare auf ihren Köpfen. „Manche sagen, sie seien schon mit ihrer Oma hier gewesen, dann mit ihrer Mama, nun kommen sie mit ihren eigenen Kindern.“
In der Corona-Krise hatte der Salon hart zu kämpfen, die Inhaberin verkaufte sogar ihr Auto, um die Menschen weiter frisieren zu können. „Bei vielen hängt ihr Herz dran, die kommen zwei Mal die Woche, da kann ich nicht einfach zumachen“, erzählt Sandra. Getränke darf es wegen der Pandemielage zum Haarschnitt noch nicht dazugeben. Bald aber gibt’s hoffentlich hier wieder Kaffee, Limonade und polnische Kekse, berichtet die aus Polen stammende Inhaberin. Und wir verdrücken vor Rührung mal ein Strähnchen.