„Mit welchen Gedanken wachen Sie morgens auf?“
Vier Fragen zum Weiterfragen hatten wir Ihnen hier am Sonnabend gestellt. An den Tagen vor der Osterpause veröffentlichen wir hier Auszugsweise einige der vielen Antworten, heute auf die erste Frage: „Mit welchen Gedanken wachen Sie morgens auf?“
„Ich bin sehr dankbar, dass ich in diesem Land lebe, wo ich eigentlich nicht um meine Existenz fürchten muss. Das war mir so noch nicht klar.“
„Wenn ich aufwache, freue ich mich, dass ich noch gesund bin.“
„Mein erster Gedanke morgens gilt der Position des Schiffes, auf der unser Sohn (17) mit etwa dreißig anderen Jugendlichen gerade unterwegs zurück aus seinem Auslandshalbjahr ist. Er segelt auf dem englischen Dreimaster ‚Pelican of London‘, organisiert von „Ocean College – Schule unter Segeln“. Seit der Corona-Krise dürfen sie nun nicht mehr an Land und aus dem Zielhafen Bordeaux wurde jetzt Cuxhaven, wo die Eltern sie voraussichtlich am 12.4. in Empfang nehmen können.“
„Morgens wache ich mit der Überlegung auf, welche liegengebliebenen Dinge im Haushalt ich heute endlich erledigen kann, denn im normalen Alltag schaffe ich oft nicht alles.“
„Schafft es Europa, die Corona/Flüchtlingsproblematik in den Griff zu bekommen, oder kehren die Nationalstaaten wieder zurück (na dann gute Nacht, Marie).“
„Mir geht es so gut und ich bin gesund. Zum Glück denke ich das!“
„Was mache ich heute (eine Haupt-Tätigkeit pro Tag).
„Ich bete zu Gott.“
„Jedenfalls nicht mit dem Gedanken an das Coronavirus.“
„Wenn ich früh morgens aufwache... bin ich seit langer Zeit mal wieder entspannt und ganz bei mir. Ich bin im Jetzt, dank der Zeit, die ich habe.“
„Dass ich mir Zeit lassen kann. Und dass ich dankbar bin, in dieser reglementierten Zeit im Grünen in einer großen Wohnung mit Garten zu wohnen.“
„Geht es unseren Eltern – die nicht in Berlin leben gut – und hoffentlich geht der Tag ohne Hiobsbotschaften für mich, meine Familie und unseren Eltern zu Ende.“
„Hoffentlich gibt es bald wieder normale Zeiten.“
„Waren meine Frau und ich vorsichtig genug, um die Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden? Das morgendliche Fiebermessen wird einen Hinweis geben.“
„Wie mag die aktuelle Corona-Statistik aussehen? Hoffentlich sind alle lieben Menschen um mich rum noch gesund. Hoffentlich haben die Vollpfosten (Trump, Johnson & Co) nicht neuen Blödsinn veranstaltet, der wieder Tausende das Leben kostet.“
„Wie geht es meiner Nichte und ihrer Tochter, die nicht mehr aus Simbabwe ausfliegen konnten.“
„Hoffentlich ist es nicht erst 8 Uhr. Je später, desto besser.“
„Ich frage mich, wieviel Anträge auf Kurzarbeit mich heute bei der Arbeit erwarten.“
„Morgens wache ich mit dem Gedanken auf, weiter schlafen zu wollen.“
„Sind alle gesund? Gibt es jemandem, dem ich heute helfen kann? Wird es gelingen unser Theater über die nächsten drei Monate zu bringen und das Team zu motivieren weiterzumachen?“
„Ist es fast pervers, dass ich mich irgendwie glücklich fühle?“
„Meistens gehe ich morgens zuerst in die Live-Clownvisiten der ‚Roten Nasen‘ auf Facebook, weil ich für den Verein arbeite, und bin daher gespannt, was mich diesmal erwartet. Vielleicht ist das der erste Gedanke.“
„Dankbarkeit, dass meine Liebste und ich gesund sind und – weil meine wirtschaftliche Situation nicht bedroht ist – dass ich die gedehnte Zeit als Lebensluxus empfinden kann.“
„Wie lange hält die Wirtschaft das überhaupt noch durch, bevor alle pleite sind.“
„Was macht mein Hund? (Habe einen 10 Wochen alten Welpen).“
„‚Hoffentlich ist es nicht mehr dunkel‘, denn ich neige momentan zum frühen Aufwachen.“
„Inzwischen wache ich nicht mehr ungläubig mit dem Gedanken auf: ‚Ich glaube das einfach nicht!‘, auch die (erste?) depressive Phase: ‚Warum überhaupt aufstehen?‘ ist erst mal überwunden. Ich denke jetzt gar nichts Besonderes mehr.“
„Wie ich aus dem Bett komme, wenn Terminverpflichtungen mich nicht treiben, sondern nur die Aufräumverpflichtungen, die ich mir selbst gestellt habe, und die nur mir selbst nützen würden.“
„Oh, mir ist schwindelig, warum? Warum muss ich so oft niesen? Mich selbst ermutigen, ablenken, ruhig bleiben ist angesagt!“
„Gedanken an den Film ‚I am legend‘.“
„Hoffentlich ist der Alptraum bald vorbei!“